Die wienerische Osterbotschaft

10.04.2012 - Die Presse

Konzertmeister Anton Sorokow geigte Sarasates "Zigenuerweisen", dunkel leuchtenden Tones, mit der rechten Mixtur aus Schwermut und überschäumendem Temperament. Hinreißend, dass des Virtuosen Gespür für wohlbalanciertes Rubato auch in der Rasanz des Csárdás-Finales keinen Millimeter breit nachgibt. (Wilhelm Sinkovicz)


Rückzug auf die Innerlichkeit

22.11.2003 - Nürnberger Nachrichten

Beethoven Violinkonzert mit Anton Sorokow und den Nürnberger Philharmonikern

Die Nürnberger Philharmoniker stellen in der Konzertsaison 2003/04 selbst die Solisten, und damit konnte sich auch der erste Konzertmeister Anton Sorokow mit Beethovens Violinkonzert vorstellen. Er hat es laut Programmheft bereits in den großen Musikzentren gespielt, verfügt also schon als 25-Jähriger über beträchtliche Routine. Das war sofort hör- und spürbar. Auch dass er über ein eminentes Können und Wissen verfügt, ebenso über eine makellose Technik. Als Orchestermitglied suchte er stets die Integration mit seinen Kollegen, damit wurde größtmögliche Geschlossenheit erreicht.

Es schein in jüngster Zeit gang und gäbe zu sein, im Beethoven-Konzert auf das Drängende zu verzichten und sich aufs Kantable zu konzentrieren, sich nicht nur für das Larghetto viel Zeit zu lassen, damit so etwas wie Weltentrücktheit ins Spiel zu bringen. Auch Sorokow tendiert dahin. Seine enorme Musikalität hilft ihm, an die Grenzen des Möglichen zu gehen. Dieser, der seinen Part eher sentimental als romantisch oder gar klassisch anlegte, begeisterte besonders mit seinen Trillerkaskaden, auch mit der nicht ganz vollständigen Kreisler-Kadenz im ersten und mit seinen beiden eigenen Kadenzen.


Vom himmel herab ins künstlerleben

22.11.2003 - Nürnberger Zeitung

Jubel für eine Sternstunde mit den Philharmonikern und Geiger Anton Sorokow

Beethovens Violinkonzert, die Apotheose der pastoralen Schlichtheit - die Darbietung unter Gastdirigent Ulf Schirmer und vor allem mit dem jungen Solisten Anton Sorokow darf man getrost als Sternstunde in dieser Saison bejubeln, dem sich das Publikum ja auch ausgiebig hingab.

Gleich zu Beginn überzeugte das Orchester mit samtenem, fülligem Wohlklang, angenehmster Balance auch in den Fortissimo Akkorden, mit sich herrlich anschmiegenden Bläsern, mit hymnisch bewegten Gesangsbögen. Ideale Partnerschaft für den Geiger Anton Sorokow, der sich fast unmerklich einschlängelt mit schlankem Ton, der ein wunderbares Gleichgewicht hält zwischen expressiver Andacht und Bewegtheit: Musik zum Atem anhalten.


Schnell war man sich gestern handelseinig. Anton Sorokow wird die Nachfolge von Sigler als Konzertmeister bei den Nürnberger Philharmonikern antreten. Sorokow wurde 1978 als Sohn einer Musikfamilie in Moskau geboren. Er hat die Österreichische Staatsangehörigkeit. Bereits mit vier Jahren erhielt er Violinunterricht und mit zehn Jahren studierte er an der Moskauer Zentralmusikschule. Seit 1991 war er Student an der Wiener Universität für Musik. Sorokow kann auf eine umfangreiche Konzerttätigkeit in den Musikzentren Europas, Amerikas und Asiens und auf einige renommierte Preise zurückblicken. Sein Österreich-Debüt gab er im Wiener Konzerthaus mit dem Violinkonzert von Glasunov. Im großen Musiksaal in Wien debütierte er 1999 mit dem Violinkonzert von Mendelssohn-Bartholdy. Im November 2000 trat er in Moskau mit Montserrat Caballet vor 5000 Zuhörern auf und spielte das Violinkonzert von Tschaikowsky. Einen Monat später folgte der erste Auftritt im großen Saal der Berliner Philharmonie. In Nürnberg wird Sorokow erstmal bei den Neujahrskonzerten zu hören sein.

Konzertmeister Anton Sorokow

30.11./01.12. 2002 - Nürnberger Zeitung


... Sorokow brillierte mit wahrhaft meisterhaften Leistungen. Die geigerischen Fähigkeiten des Anton Sorokow waren mit Erstaunen zu vernehmen. Was im Gedächtnis bleiben wird, ist jenes herrlich seidige piano, mit dem Sorokow so manchen langsamen Satz aufs Wunderbarste zum Klingen, und, wie im zugegebenen adagio espressivo aus Beethovens Violinsonate op. 96, zum Leuchten brachte.

Meisterhafte Leistung in Rastede

13.04.2000 - Nordwest-Zeitung Odenburg


Anton Sorokow: Zauberer auf der Violine

05.509.1997 - Waidhofen Nachrichten

Das grenzt schon ans Teufelsgeigerische, was er hier in einer beeindruckenden Show auf vier Saiten bei Piecen von Paganini, Wieniawski, Kreisler und Szymanowski produzierte. Da ereigneten sich wahre griff- und bogentechnische Geigenwunder am laufenden Band, da betörten glitzernde Ton-Pirouetten und unerhörte Klangkaskaden den staunenden Zuhörer. Und dies alles serviert mit einer Palette von Ausdrucksnuancen. Immer aber mit jener spielerischen Lockerheit, wie sie den geborenen Virtuosen auszeichnet.


Philharmonia Orchestra London - Anton Sorokow, Solist

12.01.1997 - Süddeutsche Zeitung

Anton Sorokows Geigenton bezieht seine Intensität aus einem durchweg präsenten, aber nie über Gebühr strapazierten Vibrato. Damit färbt Sorokow gerade die langsamen Passagen attraktiv ein. Zu der liedhaften Verarbeitung und dem Pathos der Durchführung des zweiten Satzes gesellte sich wieder einmal sein schlank-substanzvoller Ton. Die nur dem Werk verpflichtete, unprätentiöse geigerische Selbstdarstellung ließ durchaus eigenen Gestaltungswillen erkennen, den Myung-Whun Chung am Pult des Philharmonia Orchestra subtil unterstützte.


Ausgezeichnet auch der Liederhallen-Debütant Anton Sorokow als Solist in Bruchs Violinkonzert g-moll. Der 18jährige, in Wien studierende Geiger durchmaß die Untiefen des Werks in untadeliger geigerischer Halltung, brillierend und maßvoll das Lyrische (darunter als Zugabe die Sarabande aus Bachs d-moll Partita in extremen Pianograden) auskostend.

Philharmonia Orchestra Master Concert

12.01.1997 - Stuttgarter Nachrichten